The Legend of Zelda: Breath of the Wild The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Test (Wii U) – Das Zelda für Skyrim-Spieler

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„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Hyrule so weit das Auge reicht – (fast) jeder Baum kann gefällt, jeder Berg erklommen werden.

Erst kürzlich habe ich mit Horizon Zero Dawn wohl einen Meilenstein der Open-World-Spiele beendet. Schon dort merkte ich, wie viel Potential aus dem Genre herausgeholt werden kann. Als nun der neueste Spross der The Legend of Zelda-Reihe bei mir eingetrudelt ist, war ich zunächst skeptisch: Ich mag die Reihe, bin aber nicht der größte Fan. Zumal sich die „Zelda-Formel“ ähnlich wie die „Ubisoft-Open-World-Formel“ langsam zu ermüden schien. Um so erfreulicher war es, als der aktuelle The Legend of Zelda-Teil Breath of the Wild nach einer kurzen Spielzeit sein wahres Gesicht zeigte.

 

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Einen Baum als Behelfsbrücke gefällt und schon erreichen wir das Floß ohne Probleme.

Auch „Breath of the Wild“ erfindet die für die Zelda-Reihe übliche Heldengeschichte nicht neu: Link erwacht nach einem jahrhundertelangem Schlummer nur um festzustellen, dass er seinerzeit im Kampf schwer verwundet wurde und all seine Freunde das Leben gelassen haben. Prinzessin Zelda bannte Ganon und Link wurde mir seinen schweren Verletzungen in Stase versetzt um in der Zukunft gegen das Böse kämpfen zu können. Doch schon nach wenigen Metern wirkt diese Aufgabe fast nur wie schmückendes Beiwerk: Als Link die Kammer verlassen hat eröffnet sich unter ihm ein Blick auf Hyrule mit seinen Seen und Bergen. Mit dem Wissen im Gepäck, dass diese Spielwelt das erste Mal seit dem ersten The Legend of Zelda komplett frei erkundbar ist, geht es auf in die Wildnis.

Bye bye Zelda-Formel, hallo offene Spielwelt!

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Beim Kampf gegen mehrere Gegner noch immer hilfreich, aber nicht mehr notwendig: Die Aufschaltfunktion.

Ab Ocarina of Time wurde die Reihe mit einer festen Formel verkettet: Finde in Dungeon A Gegenstand B damit Du Dungeon C betreten kannst wo Du Gegenstand D findest der… Ihr kennt die Leier. Breath of the Wild gibt sich hingegen schon von Beginn als als waschechtes Open-World-Spiel, bei welchem solch eine Limitierung hinderlich wäre. Darum wirft der neueste Spross direkt alte Konventionen über Bord und vermittelt alle wissenswerten Dinge direkt auf dem als Tutorial angelegten Hochlandplateau. Hier ist es auch, wo Link alle Grund-Fähigkeiten erlernt, um alle späteren Schreine (kleine überall auf der Welt verteilte Dungeons, die entweder Rätsel oder Kampf-Passagen beinhalten) zu bewältigen. Zwar ist die Offenheit der Welt auf dem Tutorial-Plateau noch etwas eingeschränkt, aber schon hier gibt es mehrere Möglichkeiten zum Ziel: Einer der Schreine ist in einer abgelegenen Region zu finden, in der Link ohne warme Winterkleidung nach kurzer Zeit erfriert. Hier helfen scharfe Speisen, einige Minuten in der Kälte zu überleben. Ob man den Weg über den Fluss oder per Kletterpartie in den Bergen absolviert, bleibt jedoch dem Spieler überlassen.

Das Zelda für Skyrim-Spieler

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Mit dem Parasegel kann Link fliegend große Entfernungen überbrücken – vorausgesetzt, die Ausdauer reicht dafür aus.

Nachdem man die ersten Schritte auf dem Vergessenen Plateau hinter sich gebracht hat, steht Link die ganze Welt zur Verfügung. Und schon die erste große Hauptquest nach Beendigung des Startgebietes erinnert an das eigentliche Ziel: Besiege Ganon. Zwar dürfte ein Versuch als frisch wieder auferstandener Held eher nach hinten los gehen, möglich wäre es aber dank der persistenten Welt durchaus. Wer hingegen zuerst einmal normale Nebenaufgaben erledigen, und sich durch den Besuch weiterer Schreine stärken und mit besserer Ausrüstung eindecken möchte, kann dies ebenso tun. Und genau hier liegt die Stärke und zugleich auch der große Unterschied zu den meisten anderen modernen Open-World-Spielen, die nach der „Ubisoft-Formel“ ihre Welt befüllen: Als Link kann ich direkt nach Osten gehen und mich der weiteren Hauptgeschichte widmen, oder auf dem Weg kleine Bokblin-Lager ausräuchern, nach versteckten Truhen suchen oder den nächstgelegenen Berg erklimmen – die Möglichkeiten sind schier unendlich. Genau wie bei einem Skyrim erwische ich mich so nach Stunden in denen ich irgend einen Berg erkunde, den ich zuvor mühsam erklommen habe. Die eigentliche Hauptaufgabe wurde vergessen und ist inzwischen kilometerweit entfernt.

Der Weg ist das Ziel

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

In den ersten Schreinen lernt Link die Basics, um in der offenen Welt von Breath of the Wild zu überleben.

Genau in solchen Momenten wird mir wieder klar, was genau „Breath of the Wild“ anders macht. Während man in Spielen wie Horizon Zero Dawn eine liebevolle, offene Welt bereist um sich am Ende gegen das nahe Übel zur Wehr zu setzen, liegt bei Links neuestem Abenteuer der Fokus auf der Reise: Der Weg ist das Ziel. Wie man dieses erreicht, ist jedem Spieler selber überlassen. Dabei fällt auch positiv auf, dass im Tutorialbereich nicht ständig eine lauthals kreischende Fee oder neunmalkluge Eule ihren Senf zu jeder Aktion gibt, sondern dass die Spielwelt selber erklärt, was in ihr möglich ist. So ist es bereits innerhalb der ersten Meter möglich, durch eine Fackel das hohe Gras der Umgebung in Brand zu stecken, um so einen Aufwind für das Parasegel zu erzeugen. Oder man schneidet so den Gegnern den Weg ab und verbrennt nebenher ihre hölzernen Waffen. Vielleicht ist es aber auch sinnvoll, einen Stein auf das Lager der Bokblin herunterrollen zu lassen. Genau diese Mechaniken sind in Breath of the Wild perfekt ausgeklügelt und greifen auch stets ineinander: Da Waffen aus Metall den Strom leiten, können diese auch bei Rätseln als Hilfsmittel verwendet werden, wo Strom von einem Punkt zum anderen geleitet werden muss. Zwar war dies nicht direkt so geplant, aber alleine die Möglichkeit so ein Puzzle zu umgehen, ist einfach grandios!

Wenn Waffen zerbrechen und Rüstungen Strom leiten

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Bei Gewitter sollte Link lieber keine Rüstung oder Waffen aus Metall mit sich herum tragen – Blitzschlag-Gefahr!

Doch kommt das sehr gut ausgeklügelte Gameplay nicht ohne Kritik davon: Die Waffen zerbrechen leider besonders schnell, weshalb man sich innerhalb von Hyrule des Öfteren mit Behelfswaffen gegen die Monster von Ganon zur Wehr setzen muss. Wer im Gewitter mit Metallrüstung herumläuft muss sich zudem auch damit abfinden, ggf. vom Blitz getroffen zu werden. Und wer versucht, im Regen einen Hügel zu erklimmen, wird spätestens nach dem vierten Versuch frustriert das Gamepad in die Ecke werfen – die glitschigen Steine machen während dieser Zeit jeden Aufstieg unmöglich. Und über den Blutmond, der einfach mal wieder alle Monster wiederbelebt reden wir besser gar nicht, ja? Breath of the Wild setzt mit solchen Mechaniken auf eine glaubwürdige Welt, die jedoch zuweilen auch frustrieren kann. Warum beginnt es immer dann zu regnen, wenn ich gerade einen Berg hinaufklettern möchte? Mein Soldatenschwert zerbricht nach dem ersten Gegner direkt zu Staub und ständig muss für Nachschub gesorgt werden? Dies sind Dinge, an die sich der geneigte Zelda-Spieler wohl erst gewöhnen muss. Innerhalb des persistenten Universums, machen sie allerdings – mit Einschränkungen – durchaus Sinn.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild
Lars Konrad
Senior editor

Fazit:

Breath of the Wild bietet mit seinen in sich logisch agierenden Physik-Spielereien eine glaubwürdige offene Welt, die man in vielen Open-World-Spielen vermisst. Auch wenn NPCs eher selten anzutreffen sind, bietet jeder einen eigenen Charakter und vielleicht sogar die ein oder andere Nebenquest. Mit seinem Fokus auf Erkundungen und dem „Weg als Sinn der Reise“ spricht der aktuelle Spross der „The Legend of Zelda“-Reihe ein etwas anderes Publikum an, als mit den zuletzt veröffentlichten Teilen. Freunde von riesigen offenen Welten wie Skyrim oder auch MineCraft werden jedoch ihre helle Freude mit der schieren Vielfalt haben, die dem Spieler in Hyrule bereit steht.

Good

  • Lebendige offene Spielwelt mit unterschiedlichen NPCs
  • Nebenmissionen müssen erst gefunden und Rätsel selber gelöst werden
  • In sich logisch agierendes Physiksystem
  • Fließender, spielrelevanter Tag- & Nacht-Wechsel
  • „Der Weg ist das Ziel“ als Motivation, jeden Winkel der Welt zu erkunden

Bad

  • Nur 720p und teilweise starke Framerate-Einbrüche auf der Wii U
  • Sprachausgabe bislang nur spärlich im Einsatz, die meisten Dialoge sind textbasiert
  • Keine Option, im Kampf per Hotkey Heiltränke zu sich zu nehmen
9.5

Genial

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