Dark Souls III – Test des Sterbesimulators 2016

Dark Souls 3 (PlayStation 4) kaufen.

Dark Souls 3 ist nun seit einigen Tagen auf dem Markt und die Todesfälle häufen sich. Natürlich nur die virtuellen. Wie gut der dritte Teil der Reihe ist und warum er uns besser gefällt als die Nummer zwei verraten wir euch im Test. Warum unser Test erst jetzt erscheint? Wir wollten das Spiel in einer Live Umgebung inkl. Day-one-Patch und allen Coop-Features testen.

 

Hello Darkness, My old friend

Anmerkung: Die Story in Dark Souls ist nur schwer greifbar und so kann sich hier der eine oder andere Fehler einschleichen, diese Zusammenfassung basiert auf Vermutungen, Beobachtungen in den Spielen und Diskussionen zwischen Spielern. Außerdem ist sie extrem verkürzt.

Dark Souls 3

Mit dem Drachen ist nicht zu spaßen

In Dark Souls dreht sich alles um Seelen, aber nicht irgendwelche Seelen sondern die sogenannten “Lord Souls”. Mit Hilfe dieser konnten die Drachen, die bis dato die Welt beherrschten besiegt und das „Age of the Ancients“ beendet werden. Somit begann das „Age of Fire“, welches ein Zeitalter des Wohlstandes für die Menschen war.

Das Zeitalter des Feuers war jedoch nicht endlos und um ein Zeitalter der Dunkelheit (Age of Darkness) zu verhindern opferte sich einer der Lords, die gegen die Drachen gezogen waren. Lord Gwyn gab sein Leben um die „First Flame“ mit neuer Energie zu versorgen und verhinderte das Zeitalter der Dunkelheit, vorerst.

Nach diesem Zeitpunkt setzt das erste Dark Souls an. Durch Gwyns Opfer entstand in einem Nebeneffekt auch der „Curse of the Undead“, welcher die Menschen nach und nach „Hollow“ (Leer / Seelenlos) werden ließ. Als sich das Zeitalter des Feuers erneut dem Ende nähert erschien ein auserwählter Untoter (Spieler), welcher durch seine Aktionen, ein weiteres Mal, das Zeitalter der Dunkelheit verschieben konnte. Alternativ hätte der Spiele sich auch dagegen entscheiden können und selbst zu einem Dark Lord werden, jedoch wird in Dark Souls 2 vom Opfer des Spielers ausgegangen.

Dark Souls 3

Nicht nur Drachen machen uns das Leben schwer

In Dark Souls 2 nähert sich der Zyklus des Age of Fire wieder einmal dem Ende und ein weitere Auserwählter tritt ins das dahinscheidende Licht. Dieses Mal zieht der Spieler aus um König Vendrick zu besiegen, welcher selbst einmal ein „Chosen Undead“ war, um die Flamme ein weiteres Mal zu entfachen. Auch hier konnte der Spieler wieder entscheiden ob er der Welt Licht geben wollte oder das Zeitalter der Dunkelheit einläutete. Aber wie bereits bei Dark Souls 1 spielt diese Entscheidung keine Rolle für Dark Souls 3.

So kommen wir nach dieser immens Vereinfachten Zusammenfassung der Dark Souls Story endlich zur Geschichte von Dark Souls 3.

Die Welt steht wieder einmal vor der Apokalypse und einem weiteren Age of Darkness. Anders als bei den bisherigen Souls Spielen zieht der Held jedoch nicht aus um die First Flame mit seinem Opfer  zu entfachen, sondern muss fünf Lords of Cinder besiegen. Diese Lords hatten die Flamme über viele Äonen aufrechterhalten, doch wurden korrumpiert und verließen ihren Thron. Nun muss der Auerwählte, dieses Mal genannt „The unkindled One“, ausziehen und die Lords besiegen um ihre Asche in den „Firelink Shrine“ zu bringen und so die Flamme erneut zu entfachen. Es deutet viel darauf hin, dass dieser Zyklus der Letze ist und die Flamme unweigerlich verlöschen wird. Viel mehr wollen wir hier aber nicht verraten.

 

Der Fluch der Steuerung

Jedes Mal wieder lassen wir uns hier über die Steuerung der Souls Spiele aus. Sie ist wie gewohnt, gewöhnungsbedürftig und führt schon das ein oder andere Mal zum Tod. Vor allem für neue Spieler gibt es einige Dinge die nicht sonderlich intuitiv sind.

Am tödlichsten dürften wohl „Plattformer“-Passagen sein, denn Sprünge gestalten sich als Herausforderung. Erst muss per Ausweichentaste (gedrückt halten) ein Sprint eingeleitet werden und dann per L3 (Playstation, linker Analogstick) der Sprung ausgelöst werden. Klingt komisch ist aber so, schon immer.

Ansonsten hatte die Steuerung hier und da mal einen Aussetzer in Sachen Orientierung, dass bedeutet die Achsen waren auf einmal vertauscht und wir rannten so in unseren Tod oder sprangen in die falsche Richtung.

Alles in allem ist die Steuerung wieder Souls typisch, mit den bekannten Macken, aber trotzdem gut.

Dark Souls 3

Alles was zwei Waffen trägt ist von Haus aus schon mal böse…

 

Die Schönheit des Todes

Eine häufige Kritik an den Souls Games war die nicht ganz so tolle Optik. Zwar konnten die bisherigen Teile hier und da mit einer coolen Landschaft aufwarten, aber ansonsten war alles eher matschig und „Low Res“. Dies hat sich mit Teil drei nun verändert und wir blicken dem Tod in einer zeitgemäßen Optik entgegen.

Dark Souls 3

Auch wir können mehrere Waffen zeitgleich nutzen

Ein besonderes Merkmal der Souls Reihe waren die düsteren Charaktere und Gegner. Diese wurden wieder perfekt umgesetzt und wir entdecken alte wie neue Gesichter. Besonders gut gefallen hat uns die erste Begegnung mit einem Drachen, der sich imposant auf einem Dach niederlässt und etliche Untote zu Asche verbrennt.

Aber nicht nur diese, aus den Trailern bekannte, Szene macht Eindruck. Im Verlauf des Spieles kommen wir immer wieder in neue Gebiete und werden mit einer gigantischen Aussicht begrüßt. Hier kommt eine weitere Stärke der Souls Spiele zum Tragen. Sehen wir in der Entfernung, die auch sehr hübsch aussieht, einen Turm oder ein Schloss können wir sicher sein, dort werden wir auch noch sterben.

Die Texturen der Umgebung sind schön aufgelöst und wirken selten etwas matschig. Hier und da kommt es jedoch leider vor, dass bestimme Texturen nicht geladen werden oder erst nach wenigen Sekunden aufpoppen. Dies kam bei uns in 40 Stunden jedoch nur drei Mal vor.

Die Rüstungen und Waffen wurden mit viel Liebe zum Detail entworfen und modelliert. Dabei gibt es bekannte und neue Gegenstände in wirklich netter Optik zu bestaunen. Viele verschiedene Waffen und Rüstungen stehen uns hier zur Auswahl, wir haben sogar ein richtig schickes Kleid gefunden mit welchen unser „Unkindled One“ mal so richtig fesch aussieht 😉

Dark Souls 3

Streitkolben haben eine schöne Wucht

Bei den Bossen hat sich From Software auch nicht lumpen lassen. Vom Ritter mit fieser Hellebarde bis hin zu gigantischem dunklen Mega-Skelett ist alles dabei was in irgendeiner Form fies sein könnte. Hier wurde auch sehr aufs Detail geachtet.

Bei der PC-Version wurde ja bereits viel über Performance Probleme und FPS-Einbrüche berichtet. Diese konnten wir bei der Playstation 4 Fassung nicht feststellen. Auch Kantenflimmern oder Zeilenverschiebungen konnten wir nicht finden.

Endlich ein Dark Souls das die Optik spendiert bekommen hat, die die Reihe verdient.

 

Der Klang der Angst

Soundtechnisch ist Dark Souls 3 wie Optisch eine Pracht. Bereits beim orchestralen Sound im Menü vom Tokyo Philharmonic Orchestra hatten wir Gänsehaut. Und diese zieht sich durch das Ganze Spiel. Bosse sind mit packender Musik unterlegt die uns auch bei Versuch 20 noch gefällt und das sterben etwas erträglicher macht.

Aber nicht nur die musikalische Untermalung kann sich sehen lassen. Auch die sonstige Audiokulisse ist nicht von schlechten Eltern. Nicht selten hören wir Feinde bevor wir sie sehen und es macht uns Wahnsinnig. Ein klickendes Geräusch welches aus einem Loch in der Decke kommt. Hmm…warum gehen wir nicht doch erst mal den anderen Weg der zehn Meter weiter hinten abgezweigt ist.

So kommt stets eine passende Atmosphäre auf und man glaub es kaum wie schön der Klang eines entfachten Bonfires sein kann. BEST. SOUND. EVER!

Dark Souls 3

Magie ist im dritten Teil der Serie nicht zu unterschätzen

 

Die Technik der Verzweiflung

Technisch hat sich Dark Souls an manchen Stellen weiterentwickelt, blieb aber an anderen leider etwas zurück. So wurde der neueste Ableger der Reihe um einiges schneller und dynamischer was die Bewegungen und Attacken des Spielercharakters angeht. Auch gibt es neue Spezialfähigkeiten die je nach Waffentyp und Kombination unterschiedlich ausfallen.

Dark Souls 3

Fiese Bossgegner wollen uns ans Leder

Ein unverändertes Feature ist die Mehrspielerkomponente die genau so funktioniert wie in den Vorgängern. Per Stein wird ein Beschwörungssymbol auf den Boden geschrieben über welches Spieler ein sogenanntes Phantom beschwören können. Diese Phantome sind nichts anderes als andere Spieler, die einen im Kampf unterstützen. Es gibt auch ein paar NPC-Phantome, welche aber nicht sonderlich hilfreich sind. Es gibt aber neben den Phantomen auch wieder Finstergeister, also fiese NPCs oder Spieler die in eure Welt eindringen und versuchen euch zu töten.

Leider haben sich auch ein paar technische Fehltritte in Dark Souls 3 eingeschlichen. So kommt es häufig vor, dass man vor einem Bosskampf verzweifelt versucht ein Phantom zu beschwören. Oft sieht man dann die Meldung „Unable to Summon Phantom“, welche bedeutet euch wurde das Phantom von einem anderen Spieler vor der Nase weggeschnappt oder es gibt einfach nur Verbindungsprobleme zu dem anderen Spieler. Nicht selten rennt man so mehrere Minuten vor der Nebelwand im Kreis und versucht einen Coop-Partner zu rufen.

Dark Souls 3

Manchmal ist es besser Gegner einfach vorbeiziehen zu lassen

Ebenfalls ist das System für Coop-Partien mit Freunden etwas sehr undurchsichtig. Wir haben zwar die Option zum Setzen eines Passwortes für das Matchmaking gefunden, waren aber nicht in der Lage eine gemeinsame Partie auf die Beine zu stellen. Hier spielen vermutlich viele Faktoren, angefangen beim Spielfortschritt bis hin zum Level, eine Rolle. Eine etwas genauere Erklärung wäre hier schön, denn Momentan können wir uns nur auf viele Problemberichte berufen, die sich in den Foren zu diesem Thema tummeln.

Ein anderer technischer Fehltritt sind Gegner, denen Wände einfach mal egal sind. So versucht ihr Schutz hinter einer Wand zu finden nur um dann festzustellen, dass diese, vielen Feinden schlicht egal ist. Die Schlagen einfach munter zu und treffen euch auch hinter der Wand. Dabei Clipt die Waffe formschön durch die Textur und treibt euren Puls nach oben. Anders herum funktioniert das Ganze allerdings meistens nicht. Schlagt ihr auf eine Wand fliegt eure Waffe nach hinten und lässt euch für gefühlte Ewigkeiten verwundbar zurück.

Wie bereits bei der Grafik angesprochen häufen sich die Berichte über schlechte die schlechte Performance der PC-Version. Hier hat From Software bereits Nachbesserung angekündigt und mehrere Patches in Arbeit.

 

Der Umfang des Leidens

Umfangreich waren die Souls Spiele bisher immer. Dies ist beim dritten Teil nicht anders und so gibt es wieder Unmengen an Bossen und Geheimnissen zu entdecken. Alleine die drei möglichen Enden reizen zum mehrfachen Durchspielen und mit einem Durchschnitt von 30 – 40 Stunden pro Run (Erfahrene Spieler oder Souls-Götter können natürlich um einiges schneller sein) kommt man auf eine beachtliche Spielzeit. Dazu reizt das Spiel wie seine Vorgänger mit immer steigenden Herausforderungen im New Game+ Modus.

Dark Souls 3

Die Ritter sind zu Beginn des Spiels ein wahrer Alptraum

So erwarten euch viele Feinde, viele Bosse, geheime Gebiete, verborgene Pfade und verschiedenste NPCs und ihre eigene kleine Storyline. Auch PVP-Begeisterte kommen auf ihre Kosten. Etliche der Eide beziehen sich auf den Kampf Spieler gegen Spieler, sei es auf der Angreifenden oder Verteidigenden Seite.

Auch die Auswahl an Klassen ist groß und einige wurden durch das schnellere und dynamischere Kampfsystem wesentlich interessanter. Es geht vom klassischen „Sich-hinter-dem-Schild-Verstecker“ bis hin zum agilen Schurken oder einem mächtigen Pyromanten. So sollte für jeden eine passende Spielweise dabei sein.

Nach unserer ersten Einschätzung dürfte Dark Souls 3 Gamerscore- und Trophyjäger eine ordentliche Zeit beschäftigen, denn alles auf einem Run zu schaffen ist allein durch die verschiedenen Enden bereits nicht machbar.

 

Das Fazit nach vielen Qualen

Dark Souls ist ein Phänomen, welches uns immer wieder fesselt. Es ist schwer, es frustriert, es fühlt sich oft absolut unfair an und reicht einem gerne mal den kleinen Finger, um danach die ganze Hand abzuhacken. Aber wir lieben es.

Dark Souls 3

Selbst mit Baumstämmen will man uns den Gar aus machen

Dark Souls 3 ist für uns die Krönung der Souls Reihe. Die Vorgänger waren gut aber dieser Teil ist nahe an der Perfektion. Egal wie oft wir sterben, wir kehren immer wieder zurück und versuchen es aufs Neue. Der Vorsatz: „Noch ein Versuch und dann gehe ich Schlafen“ wird sich immer wieder gesetzt und dann sitzen wir tot Müde, aber glücklich, am nächsten Tag bei der Arbeit.

Es ist einfach unglaublich belohnend, wenn ein Boss nach dem millionsten Versuch dann doch endlich tot im Staub liegt und wir seine Seele in unserem Inventar haben. Und genau dieses Gefühl der Belohnung vermissen wir bei den meisten modernen Spielen. Dort werden wir immer an der Hand genommen und sollten wir einmal etwas nicht beim ersten oder zweiten Versuch schaffen, bekommen wir den Kopf gestreichelt und werden in einen Easy-Mode verfrachtet. Nicht so in Dark Souls…du willst etwas…also kämpfe dafür!

Ja Dark Souls 3 hat seine Fehler, es ist nicht perfekt, nicht aus einer technischen Sicht aber vom Gefühl das es uns gibt, ist es nahe an der absoluten Perfektion. Dies ist natürlich ein Subjektiver Faktor aber da kann man nur sagen: Auch ein Spieletester sind nur Menschen und Menschen haben subjektive Meinungen. Und als Fan von schweren Spielen, dunklen Geschichten und gnadenlosen Spielmechaniken hat man in Dark Souls 3 einen absoluten Top-Titel gefunden. Wer sich jedoch lieber zurücklehnen möchte und eine cineastische Geschichte erzählt bekommen will, der sollte (wie immer) einen Bogen um Dark Souls 3 machen.

Good

  • Schöne Optik
  • Flüssiges Gameplay
  • Fordernde aber dennoch faire Herausforderungen
  • Fantastischer Soundtrack
  • Praise the Sun!

Bad

  • Probleme beim Matchmaking
  • Gegner können durch Wände schlagen
  • Komplizierter Coop-Modus unter Freunden
9.5

Genial

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