Assault Android Cactus im Test

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Assault Android Cactus dürfte einigen Spielern vielleicht schon ein Begriff sein, denn bereits im September 2015 erschien der Twin-Stick-Shooter auf Steam für den heimischen PC. Ab sofort können nun auch PlayStation-4-Spieler die Geheimnisse des Raumfrachter Genki Star erforschen, denn der australische Indie-Entwickler Witch Beam schickt die Androiden in ihrer Portierung für die Sony-Konsole erneut ins Feld. Ob die Umsetzung geglückt ist, erfahrt Ihr im folgenden Test.

Träumen Androiden von Roboterschafen? – Die Hintergrundgeschichte

Assault Android Cactus

Die großen Bossgegner heizen unseren Androiden mächtig ein.

Die namensgebende Protagonistin Androidin Cactus, ihreszeichen Junior-Wachtmeister der IPP (Interplanetaren Polizei), verfolgt die Spur des zivilen Raumfrachters Genki Star. Dieser sendete eine unverständlichen Botschaft, war danach aber nicht mehr erreichbar.

Als Cactus beim Anflug auf die Genki Star von den Verteidigungsanlagen des Schiffs beschossen wird, crasht sie ihren Gleiter in den versiegelten Hangar, wo sie auf vier weitere Androiden trifft. Diese schließen sich ihr an, um auf den fünf Decks des Frachters die Vorkommnisse der letzten Tage zu enthüllen, seit dem die Roboterarbeiter des Schiffs Amok laufen.

Mitten im Kugelhagel – Spielprinzip und Steuerung

Assault Android Cactus

Besonders der Endgegner fordern Eure Ausweichkünste.

Asssault Android Cactus ist ein waschechter Twin-Stick-Shooter, der sich jedoch auch bei Elementen von Bullet-Hell-Shootern bedient. Die aus der Top-Down-Ansicht gesteuerten Androiden werden mit dem linken Analogstick bewegt, mit dem rechten Stick wird der der derzeit ausgerüsteten Waffe gezielt. Der rechte Trigger („R2“) betätigt den Abzug, während der linke Trigger („L2“) auf die Sekundärwaffe wechselt – und das war es auch schon, was die Tastenbelegung angeht! Die Steuerung des Charakters ist intuitiv und verhält sich dabei sehr präzise. Nie hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über meinen Charakter verloren zu haben. So sind auch die teilweise happigen Bullet-Hell-Passagen, speziell beim Feuergefecht mit den übergroßen Bossgegnern, kein Hexenwerk.Durch das aufsammeln weißer Energiekugeln wird die Primärwaffe nach und nach verstärkt, während Kurzzeit-Upgrades wie Feuerkraft, Notstopp, Beschleunigung zusätzlich den Charakter verbessern. Feuerkraft gewährt dem Spieler zwei fliegende Drohnen, die als mobile Waffenplattformen kurzzeitig den Schaden erhöhen.

Assault Android Cactus

Upgrades wie „Notstopp“ verschaffen kurzzeitige Spielvorteile.

Notstopp deaktiviert alle Robotergegner auf dem Bildschirm für einige Sekunden, während Beschleunigung die Laufgeschwindigkeit des Androiden erhöht. Neben der Primärwaffe, die je nach gewähltem Androiden unterschiedlich ist, verfügt jeder Blechkamerad zusätzlich über eine charakterspezifische, mächtige Zweitwaffe. Diese Überhitzt beim Gebrauch und muss dann erst wieder einige Sekunden abkühlen, bevor sie wieder eingesetzt werden kann – besonders in heiklen Situationen ist darum der taktische Einsatz der Abklingzeit oftmals das Ass im Ärmel, welches das Blatt zu den eigenen Gunsten wendet.

Damit sich der Spieler aber nicht nur passiv in einem Bereich der Karte verschanzt, kommt noch die Akku-Leistung als Gameplay-Element hinzu. Dieser entleert sich langsam während des Spielens. Geht die Energie zu Neige, gilt die Mission als gescheitert. Zerstörte Gegner hinterlassen jedoch immer wieder neue Ladungen, die den Akku wieder aufladen, wenn sie eingesammelt werden. Wer viele Gegner flott über den Jordan schickt, sorgt somit für einen stetigen Energiefluss – wer möchte den schon, das den armen Androiden der Saft ausgeht?

Bunte Projektile und pumpender Soundtrack- Optische Gestaltung und Sounddesign

Assault Android Cactus

Nicht nur Roboterdrohnen, auch versteckte Fallen trachten nach dem Androiden-Leben.

Grafisch setzt Assault Android Cactus auf die bewährte Unity-Engine. Grafisch kann der Titel zwar nicht mit AAA-Produktionen mithalten, dennoch passt der kunterbunte Grafikstil des Indie-Titels perfekt zum hektischen Treiben, bei dem den Androiden die bonbonfarbenen Geschossen um die Ohren fliegen. Das Spiel flimmert mit stets mit 60 Bilder die Sekunden, auch bei größeren Gegnerhorden gibt es keine Einbrüche der Bildrate. Untermalt wird die flinke Roboterhatz mit einem treibenden Elektrosoundtrack, der besonders bei den höheren Decks den Blutdruck nach oben treibt. Speziell hervorzuheben ist hier das ruhige Stück „Little Android“, welches die Spieler erst bei einem Game Over zu hören bekommen. Dieses Lied könnte problemlos auch einem Portal oder Portal 2 entsprungen sein. Leider sind die wenigsten Zwischensequenzen vertont – oftmals erzählen statt dessen schnöde Textblöcke den weiteren Fortschritt der Geschichte. Lediglich besondere Ereignisse, etwa das Intro oder erste Bossbegegnungen haben eine Vertonung erhalten. Leider gibt es hierfür auch keine deutsche Tonspur, das Spiel verfügbt ausschließlich auf englische Sprache mit deutschen Untertiteln. Diese sind jedoch äußerst gut vertont und fängt den Wortwitz der flappsigen Dialoge gekonnt ein.

Länger als mit Duracell – Im Endlos-Modus auf Highscore-Jagd

Assault Android Cactus

Je größer die Combo, desto höher der Highscore.

Neben dem Kampagnen-Modus, der 25 Level, aufgeteilt in fünf Stufen auf fünf Decks bietet, kann ein Survival-Modus (Endlos Drive) sowie eine tägliche Herausforderung (Tages-Drive) freigeschaltet werden. Hier geht es so lang wie möglich zu überleben um sich mit der höchsten Punktzahl einen Eintrag in der Bestenliste zu sichern. Arkadetypisch greift hier ein Scoring-System, wie es auch sonst bei vielen Bullet-Hell-Shootern Gang und Gebe ist: Die Zerstörung von mehreren Robotern am Stück erhöht den Combo-Meter, der die Punkte des aktuellen Abschusses multipliziert. Wird man getroffen, wird das Combo-Meter allerdings wieder zurückgesetzt. Ist die Lebensenergie aufgebraucht, geht nicht nur ein Teil der bereits erzielten Punkte flöten, die eigene Spielfigur geht zudem zu Boden und muss vom Spieler durch das wiederholte Drücken der Feuertaste zurück ins Spiel geholt werden – dies verschwendet wichtige Zeit, die ansonsten für einen noch höheren Punktestand hätte genutzt werden können.

Nach dem Abschluss von Kampagnen-Missionen und Endlos-Herausforderungen werden zudem Credits gut geschrieben, mit denen im Menü „Sammlungen“ weitere Goodies freischalten kann. Diese reicht von Concept Arts zu Log-Dateien, die weitere Details zur Geschichte enthüllen, bis zu zuschaltbaren Modifikatoren, die etwas Solisten einen KI-Kollegen an die Seite zaubern oder den Spieler die Ballerorgie aus der Ego-Perspektive erleben lassen. Wem das noch nicht reicht, kann die einzelnen Spielmodi auch mit bis zu drei Freunden gleichzeitig erleben und gemeinsam die Roboter auf den fünf Decks des Raumfrachters zu Altmetall verarbeiten.

im Test
Lars "Teal" Konrad
Redakteur

Fazit:

fängt da an, wo Genre-Opas wie Robotron: 2084 und Smash TV aufgehört haben – und setzt noch jede Menge oben drauf! Ob Solo oder im kooperativen Spielmodus mit bis zu vier Spielern, Assault Android Cactus schickt die Bilder trotz Kugelhagel aus allen Richtungen mit butterweichen 60 Bildern die Sekunde über den Bildschirm. Der gewagte Spagat zwischen Twin-Stick- und Bullet-Hell-Shooter ist ein Muss für Fans von flotten Action-Spielen und lädt auch nach dem Abschluss der Kampagne weiterhin zur fröhlichen Highscore-Jagd ein – flott, bunt und ansteigend fordernd!

Good

  • Flotte Twin-Stick-Action
  • Stets Stabile Bildrate
  • Lokaler Mehrspielermodus für bis zu vier Spieler
  • Fetziger Soundtrack

Bad

  • Keine deutsche Sprachausgabe
  • Oftmals nur Textfelder bei Dialogen
8.9

Sehr Gut

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