Anno 2205 - Die (neue) Zukunft im Test - V-Gamers - Das Gamer Magazin

Anno 2205 – Die (neue) Zukunft im Test

Anno 2205 – Die (neue) Zukunft im Test

Mit Anno 2205 wagt Entwickler Blue Byte viel und beschreitet neue Wege mit traditionellen Konzepten. Ob der Vorstoß erfolgreich ist, verrät unser Test.

Story:

Die Story von Anno 2205 ist schnell erzählt. Ihr seid der Chef einer aufstrebenden Firma, die es in das Mond-Lizenzierungssporgramm geschafft hat. Für euch beginnt nun der Konkurrenzkampf mit den Big-Five (Megafirmen die ebenfalls im Programm sind). Das Ziel, als erster einen Fusionsreaktor auf dem Mond bauen und Energie zur Erde übertragen.

Was anfangs nach einem friedlichen Wetteifern unter den Firmen aussieht, wird bald von Angriffen der Orbital Watch überschattet. Mondterroristen, wenn man so will, die die Unabhängigkeit des Mondes von der Erde wollen und denen jedes Mittel recht ist. Natürlich überlassen die Big-Five und Ihr diesen Mondmännchen nicht einfach so den Sieg und es kommt zu etlichen (optionalen) Schlachten.

Steuerung:

Die Steuerung wurde Anno typisch gehalten und ist für Veteranen sofort wieder geläufig. Neueinsteiger dürften aber auch keine allzu großen Probleme haben da die Maus und Tastatur eingaben sehr intuitiv gestaltet sind. Gebäude wählen und platzieren…ganz simpel.

Einen kurzen Moment des Schreckens hatte ich beim Anspielen auf der gamescom. Das Rechtsklick Menü war nicht da. Diese Angst konnte der Test jedoch nun endgültig besiegen. Zwar ist das Schnellmenü nicht per Standard aktiv, kann jedoch bei Spielbeginn in den »Erweiterten Spieloptionen« aktiviert werden. Puhhhhh 😉

Grafik, Technik, Sound:

Die Optik von Anno 2205 weiß zu gefallen. Die Welt sieht sehr gut aus und enthält allerhand Details. Dabei sind auch noch 60 Frames möglich (bei passender Hardware), was für einen sehr flüssigen Bildlauf sorgt. Zeilenverschiebungen und Kantenflimmern konnte ich beim Testen gar nicht wahrnehmen und auch andere Spieler, mit denen ich sprach, hatten keine Probleme in diese Richtung.

Wie man es von Anno kennt und liebt, entsteht nach und nach ein reges Treiben auf dem Bildschirm. Jedes Gebäude hat seinen eigens animierten Produktionsprozess und Transporter füllen die Straßen, um die Waren von A nach B zu bringen. Auch in den Städten ist ordentlich was geboten. Fliegende Autos huschen zwischen den Gebäuden umher, an den Infozentren tummeln sich die Bewohner, Züge fahren in den unterirdischen Hauptbahnhof ein und Zeppeline werben für die aktuellen Events im Stadion.

Aber auch für optische Abwechslung im Sinne der Umgebungen ist gesorgt. Wie bereis in den letzten Teilen, gibt es auch in Anno 2205 wieder verschiedene Klimazonen, in denen gebaut werden darf. In diesem Teil wären es die gemäßigten Zonen (grün und waldig), die Arktis (kalt und verschneit..nein…doch….OHHHH) und der Mond (karg, staubig und verkratert). Hier muss ich die Entwickler auch nochmal loben, die Umgebungen sehen super aus!

Der Sound ist wieder mal Anno typisch (das ist gut!). Das Spielgeschehen ist von einer subtilen aber epischen Musik untermalt, die es schafft, auch nach 20 Stunden nicht nervig zu sein. Auch nach 30 oder 40 Stunden freut man sich seine Millionenmetropole zu sehen und dabei durch futuristische aber epische Musik »gelobt« zu werden. Zoomt man nahe an das Geschehen heran, kann man auch den Klängen der Produktionen oder dem Stadtleben lauschen. Auch hier wurde ganze Arbeit geleistet.

Technisch kann mich Anno 2205 auch fast auf ganzer Linie überzeugen. Es läuft zuverlässig, bei passender Hardware (und sinnvollen Einstellungen) sind 60 Frames kein Problem. Auch die online Features funktionieren so, wie sie sollen.

Lediglich ein Punkt ist mir ein Dorn im Auge. Der Multiplayer fehlt (noch). Anno wurde bei uns fast immer zusammen gespielt und genau das wird uns momentan leider noch vorenthalten. Blue Byte hat zwar bereits angedeutet, dass ein Multiplayer noch kommen könnte, aber wir hätten uns diesen bereits zu Release gewünscht. Ein kleiner Dämpfer bei einer sonst technisch einwandfreien Umsetzung.

OK doch ein Punkt wäre da noch…man kann die Gesundheitshinweise bei Spielstart nicht überspringen….ich weiß, was da steht, ich brauch die nicht 30 Sekunden vor der Nase 😉

Präsentation:

Die Welt in Anno 2205 ist in Sektoren unterteilt. Es gibt gemäßigte, arktische und Sektoren, welche alle durch eine der Mega-Firmen kontrolliert werden. Zu Spielbeginn darf man als Spieler einen der gemäßigten Wählen und zu seinem Startsektor machen.

Von diesem Sektor aus kann man dann in die anderen expandieren und neue Rohstoffe und Techniken erschließen. Ein nettes Detail bei dieser Expansion ist es, dass lediglich in den gemäßigten Sektoren einfach so drauf losgebaut werden kann. In der Arktis ist es z.B. sehr kalt (kein Scheiß!!) und eure Arbeiter können nur in der nähe der Produktionsanlagen überleben. Auf dem Mond ist es zwar auch recht kühl, aber dort sind Meteoriten die Gefahr und ihr müsst Schutzschilde für eure Gebäude errichten.

Inhalt und Umfang:

Anno 2205 macht einiges anders als seine Vorgänger. Dies bemerkt man recht schnell, wenn man feststellt, dass es nur einen »Play«-Button gibt. Keine Auswahl Kampagne oder Endlosspiel, kein Multiplayer.

Die ersten beiden Punkte, also Kampagne und Endlosspiel, wurden sozusagen fusioniert. Die Kampagne ist mehr der grobe Leitfaden geworden, der euch durch die einzelnen Stufen des Ausbaus eurer Firma leitet. Zwischendurch gibt es immer wieder Militärmissionen, die aber auch durch den Ausbau eurer Firma bestanden werden können (Ihr liefert dann sozusagen die Ressourcen und die Anderen kämpfen).

Habt ihr alle Missionen der Kampagne (Mond-Lizenzierungsprogramm) abgeschlossen gibt es einen feuchten Händedruck und ihr dürft nach Belieben weiter Bauen, Expandieren und und und.

Bis ihr aber alles geschafft habt gehen schon einige Stunden ins Land. Außerdem gibt es in jedem Sektor noch ein sogenanntes Sektorprojekt, was man am ehesten als eine Nebenquest beschreiben könnte. Schließt ihr eines dieser Projekte ab, erhaltet ihr einen Vorteil für den jeweiligen Sektor. Das kann z.B. Energie durch Staudämme sein oder Rohstoffe durch spezielle Abbauverfahren.

Auch in diesem Teil, der Anno-Reihe, gibt es wieder online Features. Aber keine Angst, einen online Zwang gibt es nicht (abgesehen von der Aktivierung über Uplay). Eines der Features ist der Kongress, ähnlich den Wahlen aus Anno 2070, ein anderes der Weltmarkt. Auf dem Weltmarkt könnt ihr eure überschüssigen Waren verkaufen. Je nachdem wie die Spieler Handeln ändern sich auch die Preise auf dem Markt. Die Veränderungen werden als Liveticker immer wieder am oberen Bildschirmrand angezeigt. Offline Spielern bleibt dieses Feature verwehrt.

Ein weiteres Feature, welches ich indirekt zu den online Features zählen möchte, ist die Anno 2205 Asteroid Miner App. Ja, Anno hat inzwischen auch eine Companion-App, welche aber zu 100% optional ist und, meiner Meinung nach, keinerlei wirklichen Vorteil bringt. In der App zerstört man Asteroiden, in dem man drei Mineralien des gleichen Typs per Fingerwischen miteinander verbindet. Dabei müssen die Mineralien nebeneinander sein und entweder horizontal, vertikal oder diagonal verbindbar. Die dabei gewonnen Ressourcen, können dann per Online-Verbindung an das Hauptspiel übertragen werden. Die Ressourcen, die es per App zu bekommen gibt, bekommt man auch zu genüge im Hauptspiel ohne großen Aufwand. Daher habe ich die App nach ein paar Spielen auch schon wieder abgeschrieben gehabt, ich bin kein Mensch für Handyspiele.

Fazit:

Anno 2205 macht vieles anders als seine Vorgänger, es werden neue Wege beschritten und Blue Byte beweist Mut zur Veränderung. Ich konnte das Spiel ja bereits auf der gamescom Testen und war dort schon sehr begeistert. Nun konnte ich es endlich in voller Pracht genießen und bin sogar noch mehr davon überzeugt, als ich es ohnehin schon war.

Anno 2205 hat das geschafft was viele Spiele versuchen aber nur wenigen gelingt. Eine Modernisierung des Gameplays, dabei aber die klassischen Elemente erhalten und neue dazu bringen.

Lediglich der Multiplayer fehlt mir noch, aber ich bin zuversichtlich, dass Blue Byte sich auch hierfür etwas einfallen lassen wird. Anno 1404 hatte den Mehrspielerpart auch erst per Update erhalten und ist dennoch, eines der besten Annos aller Zeiten. Nun aber nur noch auf Platz 2.

1 Comment

  1. Danke für den Testbericht! Auf meiner Wunschliste für Weihnachten ist noch ein bisschen Platz. Eventuell schafft es Anno 2205 ja drauf. 😀 Ich muss ehrlich gestehen, auch wenn viele Leute das Game als Pay2Win bezeichnen, spiele ich sehr gerne die Browsergame Online-Version von Anno (Anno Online). Aber durch Star Wars, Skyforge und andere Dinge habe ich momentan wieder richtig Lust auf SciFi/Zukunft, also mal schauen.

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