Alienation im Test: Bereitmachen zur Invasion!

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Eine der ersten Missionen führt die UNX-Truppe nach Prypjat. Auch hier haben sich Xenos eingenistet.

Eine der ersten Missionen führt die UNX-Truppe nach Prypjat. Auch hier haben sich Xenos eingenistet.

Nach der Zombie-Epidemie in Dead Nation sowie einer außerirdischen Invasion in RESOGUN, schickt der finnische Entwickler Housemarque die Verteidiger des Blauen Planeten erneut ins Feld: In einer alternativen Zeitlinie im Jahr 2009 haben sich abermals Xenos auf der Erde eingenistet, welche nach einem jahrzehntelang andauernden Krieg um Ressourcen und Territorium die Menschheit an den Rand der Ausrottung getrieben haben. In Alienation übernehmen die Spieler die Rolle von Elitesoldaten, welche die UNX Weltregierung bei der Rückeroberung des Planeten unterstützen – doch übermächtige Gegner scheint unbezwingbar zu sein. Das letzte Aufbäumen der Menschheit muss eine Wende bringen, oder der Kampf um die Erde ist bereits verloren. Klingt simpel, ist es auch. Zwar fordern die 20 Kampfeinsätze stets das gesamte Kampfgeschick des UNX-Teams, doch die ambitionierte Geschichte über einen schier unaufhaltsamen Feind sowie Verrat in den eigenen Reihen greift einfach zu wenig. Dies ist weniger den stimmungsvoll in Szene gesetzten (englischen) Sprechern anzukreiden, noch der guten deutschen Lokalisierung – es liegt schlichtweg am generisch wirkenden Setting. Immerhin schickt der UNX-Generalstab das eigene Team aus Spezialisten auf der Suche nach einer Schwachstelle rund um den Globus – von Prypyat bis ins Herz des Raumschiffs, die zudem mit dynamischen Events angereichert werden – für Abwechslung ist also dennoch immer etwas geboten.

Der Saboteur greift aus dem Hinterhalt an und markiert ganze Gegnergruppen für Artillerischläge.

Der Saboteur greift aus dem Hinterhalt an und markiert ganze Gegnergruppen für Artillerischläge.

Zu Beginn der Soldatenkarriere stehen den Spielern drei Exoskelette zur Auswahl, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Saboteur, der Frontkämpfer sowie der Bio-Experte. Die zuletzt genannte Infanterieklasse ist nicht etwa ein Spezialist für besonders ökologische Landwirtschaft, sondern setzt bei seinen Klassenfähigkeiten auf heilende Nanobots sowie Giftwaffen, die Xenos mit toxischen Dämpfen erledigen. Ganz anders konfiguriert ist da das Exoskelett des Frontkämpfers. Diese Klasse ist ein laufender Panzer, der neben einer Hochgeschwindigkeits-Partikelkanone über einen taktischen Energieschild verfügt, der feindliche Projektile zurückwirft. Nummer drei im Bunde – der Saboteur – markiert feindliche Stellung für präzise Artillerieschläge und meuchelt unachtsame Außerirdische aus der Tarnung heraus mit einem flinken Streich aus dem eigenen Plasmaschwert. Jede Klasse hat sich damit einer bestimmte Spielweise verschrieben, die sich im Team perfekt ergänzt.

Vor jeder Mission ein Muss: Das Briefing vom UNX-Generalstab.

Gemeinsam sind wir eins

Im Kreuzfeuer halten auch die zähestens Xenos nicht lange durch.

Im Kreuzfeuer halten auch die zähsten Xenos nicht lange durch.

Auch wenn die Missionen allesamt solo absolviert werden können, macht es Sinn, sich noch drei Gleichgesinnte zu schnappe und als Vierertrupp die Welt von Xenos zu reinigen. Doch auch Solisten können auf weitere menschliche Unterstützung zählen, da das spieleigene Matchmaking auch bei bereits laufenden Partien den nahtlosen Übergang von Missionsbriefing zum Bodeneinsatz erlaubt. Ein großes Plus, denn gemeinsam ist der Weg, wie die Spieler Alienation erleben sollten: Ähnlich wie in Dead Nation stehen den Spielern auch im Kampf gegen die Alieninvasoren wieder dutzende unterschiedliche Spezialisten gegenüber, die vom einfachen Mutanten bis zum geschildeten Belagerungsbrecher reichen. Wie bereits im geistigen Vorgänger Dead Nation greift auch Alienation auf die etablierte Twin-Stick-Steuerung zurück: Der Charakter wird mit dem linken Stick bewegt, mit dem rechten wird gezielt, der rechte Trigger dient als Abzug. Die weiteren Tasten sind mit den unterschiedlichen Spezialfähigkeiten belegt, das Digipad wird zur Kommunikationszentrale, über die einfache Emotes wie „Halt!“ oder „Hier drüben!“ ausgelöst werden.

 

Gemeinsam ein starkes Team: Bio-Experte, Saboteur und Frontkämpfer.

Gemeinsam ein starkes Team: Bio-Experte, Saboteur und Frontkämpfer.

Die Steuerung geht stets gut von der Hand, was angesichts der Nachlademechanik auch bitter nötig ist, denn ganz wie in Gears of War oder Helldivers setzt das Spiel auf ein aktives Nachladesystem, bei dem schlechte Reflexe mit Ladehemmungen bestraft werden. Gerade wenn sich das Team mal wieder in Mitten einer Horde Krabbelkäfer befindet, zählt jedes Magazin – und da die Xenos stets im Rudel agieren, wird solch eine Situation öfter zum Helden-Alltag gehören, als es wohl vielen Lieb ist. Für jeden Abschuss gibt es Erfahrungspunkte, die bei einem Stufenaufstieg eine weitere Spezialisierung der eigenen Charakterklasse zulassen: Soll die Partikelkanone des Frontkämpfers lieber mehr Schaden machen oder einen noch breiteren Radius mit seinem Energiestrahl erfassen können? Lieber mehr Lebenspunkt oder eine schnellere Laufgeschwindigkeit? Bis Stufe 30 kann so entweder ein flexibler Allrounder oder ein spezialisierter Alienvernichter hochgezüchtet werden – einzelne Details der Skillung lasen sich jedoch stets auch während einer Mission anpassen.

Allrounder oder Spezialist? Die Entscheidung liegt beim Spieler.

Für Loot (und die Erde…)

Komplett gesockelt und mit den richtigen Kernen versehen bleibt auch der niedrigstufige Raketenwerfer noch lange Zeit konkurrenzfähig.

Komplett gesockelt und mit den richtigen Kernen versehen bleibt auch der niedrigstufige Raketenwerfer noch lange Zeit konkurrenzfähig.

Nicht nur die Klassen-Fähigkeiten stehen den Exo-Soldaten der Menschheit bereit, auch ein großes Arsenal aus Partikel-Waffen, Laser-Schrotflinten oder Miniguns, wobei diese in drei Kategorie unterteilt sind: Primärwaffen, Sekundärwaffen und Schwere Waffen. Während jede Klasse im Primärslot stets nur auf einen vorgegebenen Typ von Waffe zurückgreifen kann, lässt der zweite Waffenslot die Wahl zwischen Plasmaschrotflinten, Revolvern oder Energiegewehr. Der schwere Waffenslot ist für Raketenwerfer, Miniguns und Flammenwerfer reserviert. Ganz MMORPG-typisch wird eine bessere Bewaffnung beim Ableben von Xenos fallen gelassen, können in den vielen verteilten Nachschubkisten gefunden werden oder durch etwas Glück aus einer Belohnungstruhe beim Abschluss einer Mission erbeutet werden. Da bei der Bewaffnung nicht nur die Seltenheitsstufe sondern auch die unterschiedlichen Werte zufällig verteilt werden, ist die Hatz nach besseren Kniften schnell das A und O in Alienation – vergessen ist das Schicksal der Erde, zumindest bis zur nächsten Funkübertragung. Wer erst einmal eine gelbe (legendäre) Waffe sein eigenen nennt, wird sie so schnell nicht wieder ablegen wollen. Auch das Aufwertungssystem, welches Ähnlich wie das Sockeln von Edelsteinen in Diablo III funktioniert, sorgt für eine weitere Langlebigkeit des lieb gewonnenen Raketenwerfers. Wer hier starke Verbesserungskerne in die farblich passenden Slots verbaut, erhält nicht nur einen Bonus auf die Angriffswerte, am Ende können dadurch sogar spezielle Waffeneffekte freigeschaltet werden. Und selbst wenn die Würfel beim ersten Loot nicht ganz so gut gefallen sind, kann dies durch das Neuwürfeln der unterschiedlichen Waffenwerte (Schaden, Feuerrate, Magazin und kritische Chance) behoben werden. Vorausgesetzt, es liegt genügen Material dafür im heimischen Lager – die Jagd nach besserem Loot hat begonnen!

Unzufrieden mit den Waffenwerten? Gegen ein paar Materialien können die Werte der Waffe neu erwürfelt werden.

Willkommen in der Suchtspirale

Bosskämpfe sind stets eine Herausforderung. Die beste Option: Drei Teamkollegen und schwere Waffen.

Bosskämpfe sind stets eine Herausforderung. Die beste Option: Drei Teamkollegen und schwere Waffen.

„Nur noch schnell die eine Mission erledigen!“, „Da vorne ist noch ein Ereignis auf der Karte.“, „Gleich habe ich eine neue Stufe mit meinem Frontkämpfer erreicht!“ – und schon ist es wieder einmal 3 Uhr morgens. Wo Dead Nation noch die Abwechslung fehlte, punktet Alienation mit einem perfekten Balancing zwischen Karotte und Peitsche. Ähnlich wie im großen Kollegen Diablo III interessiert mich auch im zweiten Durchlauf nicht mehr, warum die Außerirdischen auf der Erde sind, sondern nur, wie ich sie um ihren Loot erleichtern kann um meinen Charakter noch stärker zu machen. Gerade auf dem hohen Schwierigkeitsgrad „Veteran“ bieten die Missionen so einen noch größeren Anreiz, die 20 Missionen erneut zu durchlaufen da nun der Belohnungsmodifikator deutlich nach oben geschraubt wurde. Entsprechend revanchiert sich der Titel dann auch mit einem höheren Schwierigkeitsgrad, der durch gelungenes Teamspiel ausgeglichen werden kann. Besonders wenn endlich einer der vielen Boss-Gegner nach einem anstrengenden Gefecht den Staub küsst, ist das Adrenalin am Höhepunkt und ich will immer noch mehr. „Nur noch ein Auftrag.“, „Habe ich genug Materialien für ein Upgrade?“, oder versuche ich mich als Kopfgeldjäger und mache in den PvP-Invasionen gezielt Jagd auf meine Mitstreiter? Bis ins „New Game Plus 2“ motiviert Alienation mich immer wieder, die nächste Mission zu starten und mich den Außerirdischen in den Weg zustellen – für die Zukunft der Menschheit und guten Loot!

Die optionalen Ereignisse geben nicht nur jede Menge Erfahrung, sondern auch eine Chance, an hochstufige Waffen zu kommen.
Alienation (Aufmacher)
Lars Konrad
Redakteur

Alienation ist das Diablo unter den Twin-Stick-Shootern. Hat es einen erst einmal gepackt, lässt einen die Suche nach noch besserem Equipment und einem Stufenaufstieg nicht mehr los. Da lassen sich auch die kleinen Patzer beim Storytelling verschmerzen.

Good

  • Passende englische Sprecher und gute deutsche Übersetzung
  • Präzise Steuerung
  • Drei Charakterklassen mit unterschiedlicher Spezialisierung
  • Flexibler Mehrspielermodus mit fließender Drop-In-/Drop-Out-Mechanik
  • Dynamische Events innerhalb der Missionen
  • Motivierendes New Game Plus
  • PvP durch Invasionen anderer Spieler
  • Hardcore-Modus mit Permadeath

Bad

  • Keine deutsche Sprachausgabe
  • Kein lokaler Mehrspielermodus
  • Schwache Geschichte
9.1

Genial

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