Shadow of the Damned – Testbericht - V-Gamers - Das Gamer Magazin

Shadow of the Damned – Testbericht

Shadow of the Damned – Testbericht

Shadow of the Damned – Testbericht

Willkommen in der Hölle und somit im Testbericht von Shadows of the Damned!
In letzter Zeit schauten Horrorspiel-Fans eher durch die Finger, doch bringt nun Electronic Arts mit Shadows of the Damned frischen Wind in das Genre.

shadowof1
Kurz zur Story:
Garcia Hotspur, eine durch und durch tätowierte, coole, mexikanische Dämonentötungsmaschine, sinnt nach Rache, nachdem ein hohes Tier unter Dämon namens Flemming seine über alles geliebte Paula in die Hölle entführt. Mit einem sehr kuriosen, abtrünnigen Dämonenwesen namens Johnson bewaffnet, das Garcia sowohl als Fackel, als auch Waffe verwenden kann, druchquert er Stück für Stück die Unterwelt und hat dabei mehr als nur ein mal mit seiner Männlichkeit zu kämpfen. Denn die Hölle ist sehr trickreich, wenn es darum geht man(n) in die Irre zu führen.

07-10-12_bq_review_shadows_of_the_damned_screen_1

Peniswitze und andere humorvolle Themen
Neben den meisten Survival-Horrospielen, die versuchen eine beklemmende und ernste Stimmung zu schaffen, vertraut Shadows of the Damned auf Garcia Hotspurs Coolness. Das heißt im Regelfall, wo Genre-Kollegen eine bedrückende und ernste Dialogvielfalt zu schaffen versuchen, trumpft Shadows of the Damned mit bitterbösem, pech- ( und schwefel-) schwarzem Humor auf.
Garcias obszöne Wortwahl beschränkt sich auf diverse Beschimpfungen, bei denen manche Gegner auch maßgeblich beteiligt sind, wie zum Beispiel ein Endboss, dessen einziges Vokabular aus „F*** diiiiiiich!“ besteht. So hat der Protagonist mehr Angst davor nie wieder Geschlechtsverkehr haben zu können, als um sein eigenes Leben. Doch nicht nur auf obszöne Ausdrücke wurde in Shadows of the Damned gebaut, sondern auch auf Design-Elemente, die eindeutig zweideutige Botschaften übermitteln. Auch die Namen der Waffen und deren Upgrates zeugen vom einmaligen Humor der Entwickler.
Die humorvolle Thematik bezieht sich nicht nur durchaus auf vulgäre Ausdrücke, nein, auch die Entwickler selbst nehmen ihr Werk auch gern mal auf die Schippe.

shadows-of-the-damned-johnson-500x281

Steuerung
Wer von euch Horror-Spiele spielt wird mit der Steuerung gleich gut zurecht kommen. Das heißt, dass sich die Steuerung an die Genre-Kollegen anlehnt, aber mit leichten technischen Schwächen zu kämpft hat. So bleibt die Kamera stur hinter dem Protagonisten. Der Spieler hat nicht die Möglichkeit ohne gezogene Waffe die Kamera nach Belieben auszurichten. Außerdem tauchen teils leichte Verzögerungen bei schnellen Zielaktionen auf. So hat der Spieler immer wieder das Gefühl, dass die Kamera nicht von Anfang an perfekt hinter Garcia positioniert ist.
In Shadows of the Damned verbringt man mit Garcia Hotspur die meiste Zeit damit diverse Gliedmaßen vom Körper seiner Feinde zu schießen. Dies gestaltet sich insofern problematisch, da das Steuern der Waffe, im Gegenzug zur Geschwindigkeit der Angriffe, etwas träger vonstatten geht. Die Auswahl der drei Waffen funktioniert im Gegensatz dazu einwandfrei und blitzschnell. So hat man die Möglichkeit auch unter stressigen Kämpfen stets ohne Verzögerung die Waffe zu wechseln. Das Auswahlmenü der drei Waffen ist auf das Steuerkreuz des Controllers gelegt und diese bieten unterschiedliche Funktionen. So ist zum einen die beliebte Handfeuerwaffe zum anderen eine schnelle MG, sowie eine eher „schrotige“ Tötungsmaschine zum Einsatz bereit.
Positiv hervorzuheben wäre das „Heilen“ des Dämonenjägers. Um in der Hölle zu überleben braucht man einen ganz besonderen Lebenssaft, der sich Alkohol schimpft. Auch ist die Auswahl sehr befriedigend, denn neben dem mexikanischen Klassiker Tequila, sind auch Absinth und Sake mit von der Partie. Ihr habt die Möglichkeit euch jederzeit im Spiel zu heilen, das heißt im Klartext, egal ob ihr von der Finsternis umhüllt werdet oder unter starkem Angriff steht, fällt es euch nicht schwer Garcia vor dem sicheren Tode zu bewahren. Ihr drückt nur mal schnell auf die L2- bzw. LT-Taste und der „Held“ schüttet sich gleich eine ganze Flasche hinter die Binde. Im Vorfeld könnt ihr im Menü entscheiden, zu welcher Alkoholsorte Garcia greifen soll, da verschiedene Sorten, verschiedene Wirkungen haben.
Garcia lässt sich im Gehen und Laufen recht gut steuern, außerdem ist es dem Spieler erlaubt, mittels einer Sprint-Taste ihn zum schnellen Laufen zu animieren.

Shadows-of-the-Damned-1-580x326

Grafik
Für die Grafik wurde die bekannte Unreal-Engine verwendet, die leider auch schon bessere Zeiten gesehen hat. So sind die Texturen der Hölle nur auf Mittelmaß, und auch Garcia Hotspur selbst, sowie die anderen Charaktere sind nicht ausreichend ausmodelliert um in der Oberliga mitspielen zu können.
Aber genug gemeckert!
Das Monsterdesign im Gegenzug lässt keinen Wunsch offen. Alle Gegner sind durchaus kreativ gestaltet und zeigen sich in allen Größen und Variationen. Soll heißen, neben den Standard-Gegnern, die ähnliche Größe, wie der Protagonist aufweisen, bekommt man es auch mit größeren und sogar riesigen Gegnern zu tun, die den ganzen Bildschirm ausfüllen und mehr. An den Oberbossen wurde genauso wenig gespart, wie an deren Variation, denn kein einziger gleicht dem anderen. Auch gibt es unter den Standard-Gegner viele verschiedene Gegnertypen, dich sich in Aussehen und Angriffen sehr unterscheiden. So gibt es zum einen ein rollendes Stachelwesen, das euch das Leben im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle macht, und zum anderen kleine Pyramiden-Schädel, die einem von irgendwoher bekannt vorkommen…
Das Leveldesign wurde von den Entwicklern sehr abwechslungsreich gestaltet. So kämpft ihr euch zwischen diversen Dörfern, Wäldern und Seen auch durch Pornometropolen und düstere Kellergewölbe, sowie ein riesiges Schloss. Dabei funktioniert die Grafik fast tadellos, da sie kaum Zeileneinbrüche, Pop-ups oder sonstige Störungen aufweist. Hier wurde eine düstere und ernstzunehmende Atmosphäre geschaffen. Von der Decke hängende oder zerstückelte, sowie blutüberströmte Leichenteilen tragen, trotz Garcias Coolness, zur doch beklemmenden Stimmung bei.

SoTD-Dev-Diary-1
Sound
Im soundtechnischen Bereich spielt Shadows of the Damned definitiv in der Oberliga. Die Musikstücke passen immer perfekt zur Thematik, sei es nun die gitarrenlastige Musik bei Garcias Harley-Fahrt, oder das gefühlsbetonte und einfühlsame Piano-Spiel bei dem Aufeinandertreffen der beiden Liebenden. Doch nicht nur in den Filmsequenzen zeichnet sich der Sound sehr gut aus, sondern auch im Spiel selbst. So hört ihr immer wieder wuchtige Schläge, kreischende Kinderschreie, sowie widerliche Kaugeräusche und stimmige, zur Thematik angepasste Chormusik mit bösartigem Sprechgesang in fremden Zungen. Die Soundeffekte, sowie die Musik bestimmen den Spielverlauf und sind für den einen oder anderen Schocker durchaus verantwortlich. Sich schnell ändernde Tonfolgen rufen beim Spieler ein Gefühl von Stress, Angst und Terror hervor und zum anderen wiegen einen wohltuende Klänge in Sicherheit. Die Geräuschkulisse als Ganzes ist sehr vielfältig und weiß durch die Integrität zu gefallen. Genauso wie der Sound ist auch die Synchronisation zu bewerten. Der mexikanische Akzent des Garcia Hotspur weiß zu überzeugen, sowie wüste Beschimpfungen der diversen Gegnerhorden authentisch klingen. Zu erwähnen ist, dass soundtechnisch alle Charaktere auf hohem Niveau interpretiert wurden.

SotDamned-Announced

Präsentation
Shadows of the Damned hebt sich in Sachen Kuriosität und Einfallsreichtum sehr von den Genre-Kollegen ab. Im Spiel taucht eine immer wiederkehrende Finsternis auf, die dem Protagonisten die Lebensenergie absaugt. Um dieser Herr zu werden bietet das Spiel verschiedene Möglichkeiten an. Zum einen muss Garcia dem Blöken der goldenen Ziege folgen, da diese in der Hölle anerkannte Lichtbringer sind, und diese mit einem gezielten Lichtschuss treffen. Zum anderen stehen Feuerwerkskörper zur Verfügung, die allerdings nur zeitlich begrenzt beleuchten können. Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen: Einfache Lampen, die auch mit einem Lichtschuss zu aktivieren sind. Doch nicht immer ist die Finsternis todbringend, sie ist an vielen Stellen zwingend notwendig zur Feindesbekämpfung, sowie Rätsellösung.
Immer wieder begegnet Garcia verschlossenen Türen, die mit einem schreienden Babykopf versehen sind. Um diese Babies glücklich zu stimmen und die Tür passieren zu können, ist man gezwungen den Essenswunsch der Schreihälse zu erfüllen.
Obwohl Garcia Hotspur es hasst Rätsel zu lösen, bleibt er nicht davon verschont. Immer wieder wird vom Spieler das Hirnschmalz abverlangt, da nicht nur das stupide Schießen des Rätsels Lösung ist. So trifft man immer wieder auf Schieberätsel, oder löst knifflige Aufgaben mit Licht und Dunkelheit.
So vielfältig die Gegner auch sind, so vielfältig sind auch die Taktiken um der Lage Herr zu werden. So empfiehlt es sich bei den Standard-Gegnern ihre Beine wegzuschießen und anschließend wie wild geworden auf ihnen rumzuspringen. Aber um hier nicht zu viel zu verraten, lassen wir euch die Taktiken gerne selbst herausfinden!
Zu den drei Waffen kommen nach und nach neue Upgrates, in Form blauen Diamanten, die Johnson eingesetzt werden, hinzu, die euch das Leben in der Hölle erleichtern werden. Diese Upgrates verdient man sich als Belohnung nach harten und nervenaufreibenden Endgegnerkämpfen. Diese Waffenerweiterungen erleichtern euch nicht bloß die Kämpfe, sondern tragen auch maßgeblich zu Rätsellösungen bei.
Auf dem Weg durch die Hölle trefft ihr ab und zu auf ein undefinierbares Wesen, das euch mit Munition, Alkohol und roten Diamanten (in der Hölle schwerstens illegal) versorgt. Die roten Edelsteine verbessern eure Fähigkeiten im Allgemeinen. Ihr könnt sie individuell einsetzen, um Waffen, Gesundheit, Fackel oder Lichtschuss aufzurüsten. Um den Händler gutzustimmen euch die Gegenstände auszuhändigen, müsst ihr es mit weißen Diamanten füttern, die überall in der Hölle verstreut sind.
Nicht nur die Finsternis und Monster machen euch das Leben schwer, nein, auch die Geliebte selbst. So werdet ihr das ein oder andere Mal von Paula selbst flüchten müssen, da sie euch stellenweise psychotisch und schreiend hinterher rennt.
Wie bereits erwähnt, werden der Kuriosität keine Grenzen gesetzt. So findet sich Garcia Hotspur als zusammengefaltete 2D-Figur wieder und muss sich im Stile eines klassischen Retro-Shooter weiter durch die Hölle kämpfen. Dabei verliert er bei Feindeskontakt immer mehr Klamotten. Doch wurden diese Abschnitte zum Glück nicht übertrieben oft ins Gesamtgeschehen integriert.
Ihr werdet im Spiel mit circa 8-10 Stunden gnadenlos unterhalten, leider gibt es so gut wie keinen Wiederspielwert, da der Spieler bei erneutem Durchspielen wieder bei Null anfängt.

Fazit
Das Spiel ist nicht umsonst so geworden, wie es ist, denn drei Video-Spiel-Legenden trafen hier aufeinander und entwickelten ein Spiel, bei dem man merkt, wie viel Spaß sie dabei hatten. Um die drei Herren zu erwähnen: Suda 51 („No more Heroes“), Shinji Mikami (Schöpfer von „Resident Evil“) und Akira Yamaoka („Silent Hill“).
Die V-Gamers Redaktion kann jedem, der auf der Suche nach einem kuriosen, thrashigen und obszönen Video-Spiel ist, Shadows of the Damned wärmstens empfehlen. Das Spiel sorgt für mehr als nur einen Lacher und ist dank seines Humors auf jeden Fall ein Geheimtipp. Lustig im Retro-Look inszenierte Ladezeiten, Exkremente als Speicherpunkte, sowie kleine Minispielchen und sehr derber Humor zeichnen den Titel besonders aus.
In diesem Sinne: „Magnifico!“

Präsentation:  +pechschwarzer Humor + Rätsel + Garcia Hotspur +taktischer Kampf
-Teils zu hoher Schwierigkeitsgrad – Babies kommen zu oft vor  – ab und zu Wiederholungen des Gesamtgeschehen
Grafik: + Monsterdesign + kaum Pop-ups und Zeileneinbrüche
-nicht schön ausmodellierte Charaktere –teils detaillarme Umgebung
Sound:  +tolle Musikstücke +perfekte Anpassung der Effekte
Steuerung:  +simple Steuerung +heilen +schneller Waffenwechsel
-träge Kamera –träge Schusssteuerung
Umfang:  +beste Unterhaltung
-kaum Wiederspielwert –zu kurz

Leave a Reply

Your email address will not be published.

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.

Lost Password

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen